05.11.2025 - 4 Vorstellung Scheven Consult GmbH Baufeld 1 und ...

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Wortprotokoll

Zu diesem Tagesordnungspunkt ist Herr Scheven von der SCHEVEN Group GmbH anwesend. Die Vorstellung resultiere aus dem Auftrag der Gemeindevertretung. Herr Scheven solle noch einmal die Planung sowie den aktuellen Stand vorstellen, insbesondere für das Baufeld 1 – Servicewohnen (Seniorenwohnen). Auf dem Baufeld 2 ist Mehrgenerationswohnen geplant.

Herr Scheven erläutert kurz die Historie: 2020 wurden die Grundstücke erworben, Anschließend erfolgte der erste Spatenstich sowie die Änderungen im Bebauungsplan Nr. 9 „Alte Gärtnerei/MZO“ der Gemeinde Ostseebad Binz. Im Januar 2025 wurden Bauanträge eingereicht.

 

Das Baufeld Binz II – Mehrgenerationswohnen sei technisch einfacher umzusetzen. Das Projekt sei final abgestimmt und im Sommer 2026 solle mit dem Baubeginn zu rechnen sein.

 

Für das Baufeld Binz I – Servicewohnen präsentiert Herr Scheven einen Kurzfilm mit Drohnenaufnahmen, die während der Baumaßnahmen zur Erschließung gemacht wurden. Außerdem zeigt der Film eine visuelle Darstellung des geplanten Projektes für seniorengerechtes Wohnen. Das gesamte Gebäude soll barrierefrei und rollstuhlgerecht ausgebaut sein. Die Bäderarchitektur solle erhalten bleiben, dies wurde auch im Kaufvertrag vereinbart. Ebenso wurde im Kaufvertrag „Servicewohnen“ vereinbart. Daher auch die Planung des Projektes, welche von der Nutzung als Pflegeheim abweiche. Zentraler Grund zum Wechsel von Pflegeheim auf Servicewohnen sei die Finanzierbarkeit/Refinanzierung sowie die Anforderung der Gemeinde und des Seniorenbeirates, dass die Wohnungen/Plätze auch bezahlbar für Binzer Einwohner:innen sein sollen. Dieser Anforderung komme Herr Scheven mit seinem Projekt „Golden Age Residenzen“ nach, da sich die Menschen diese Art des Wohnens wohl leisten können.

 

Herr Scheven vergleicht sein geplantes Projekt mit einem Pflegeheim. Er nehme an, dass das Heim ca. 100-120 Einheiten hätte und ca. 60-70 Personalkräfte. Bei einem Pflegegerad 5 wären das ca. 100 Euro auf den Quadratmeter, was sich nur wenige Personen leisten könnten.

 

Informationen zur Betreibung:

Beim Servicewohnen sei es so geplant, dass eine eigene Unternehmensgruppe der Scheven Group GmbH das Gebäude betreibe. Die Bewohner:innen des Hauses würden mit dieser einen Servicevertrag schließen. Dieser beinhalte einen Hausmeister für technische Belange, einen Reinigungsservice (2 x im Monat), sowie einen Notruf und einen Concierge. Für den Hausmeister und den Concierge seien eigene Wohnungen vorgesehen.

Die vertragliche Abrechnung mit einem Pflegedienst erfolge individuell zwischen jedem einzelnen Bewohner:in. Das Gebäude habe einen Raum vorgesehen, welcher vom Pflegedienst genutzt werden könne. Es sei geplant, dass dieser 2 x die Woche im Haus ist sowie darüber hinaus die Bewohner:innen, je nach Vertragsgestaltung, versorge. Ebenso ein Raum für mobile Friseure und Physiotherapie.

 

Informationen zur Baulichkeit:

Die Wohnungen bestehen zu 40 % aus Einraumwohnungen zwischen 28-35 Quadratmetern und zu 60 % aus Zweiraumwohnungen zwischen 47-65 Quadratmetern.

Jede Wohnung habe einen rollstuhlgerechten Zugang nach außen, über Balkon oder Terrasse.

Zur Kommunikation und Verbindung sei ein gemeinsamer Innenhof geplant sowie Gemeinschaftsräume mit Bibliothek und einer Freizeitküche. Außerdem stehe eine Gästewohnung zur Verfügung, die bei Bedarf durch die Anwohner:innen für Angehörige angemietet werden könne.

 

Herr Dohrmann bedankt sich für die gute Visualisierung. Er bringt aber auch eindeutig zum Ausdruck, dass ursprünglich gemeindlicher Wille die Errichtung eines Pflegeheimes war und nicht Servicewohnen. Dies sei beim damaligen Wettbewerb ein wichtiges Entscheidungskriterium gewesen, weil der Bedarf für ein Pflegeheim vorliege. Des Weiteren fehle es in den oberen Etagen an Gemeinschaftsräumen.

Er möchte von Herrn Scheven beantwortet wissen, ob die Wohnung Teileigentum werden sollen und ob schon Mietpreise bekannt seien?

 

Herr Scheven antwortet, dass seine Firma nicht unbedingt mit der Intension am Wettbewerb angetreten sei, ein Pflegeheim zu bauen. Es sei eine Option gewesen, die aber durch weitere Gespräche und auf Grund der wirtschaftlichen Situation des Betreibers und der unwirtschaftlichen Mietkonstellation für die zukünftigen Bewohner:innen nicht weiter verfolgt worden sein. Als Grundlage benennt er auch den Wunsch des Seniorenrates für bezahlbare Einheiten, die sich Menschen aus Binz leisten können. Des Weiteren sei nach seiner Aussage ein Pflegeheim im jetzigen Geltungsbereich des Bebauungsplanes nicht mehr möglich.

Einen genauen Mietpreis könne er nicht sagen, da er noch nicht weiß, bei welchem Kostenfaktor man schlussendlich lande. Er möchte es jedoch ermöglichen, dass die Einwohner von Binz es sich leisten können, dort zu wohnen. Das Objekt soll ein reines Mietobjekt werden, also kein Teileigentum.

Die vorgestellten Pläne seien auch die selbigen zum Kaufvertrag gewesen.

 

Frau Drahota kann den getätigten Argumentationen der Vorredner beiderseits folgen. Sie gibt jedoch die Anregung dahingehend, ein kombiniertes Projekt zu planen, aus Wohngruppen mit betreutem Wohnen und freiem Wohnen. Auch sie unterstreiche noch einmal den damaligen Wunsch nach einem betreuten Pflegeheim. Sie möchte wissen, wer die Organisation der Nutzung der Gemeinschaftsräume gewährleiste?

 

Herr Scheven antwortet, dass eine betreute Wohngruppe nicht mehr im jetzigen Konzept unterzubringen sei. Außerdem würde dies für die zukünftigen Bewohner:innen ca. 20-25 % mehr Miete bedeuten.

Die Organisation der Gemeinschaftsräume solle durch einen Concierge übernommen werden.

 

Herr Rohde möchte wissen, ob Bewohner:innen eine Pflegestufe haben müssen, um dort wohnen zu können und was Herr Scheven denn genau damit meine, dass sich „die Binzer die Wohnungen leisten können“?

 

Herr Scheven erläutert, dass auch ein Einzug ohne Pflegestufe möglich sei. Auf Grund zweier Referenzprojekte gehe er davon aus, dass die Miete 15-25 % über dem örtlichen Mietpreisspiegel läge. Hinzukäme die Pflegepauschale von 150 Euro bis 220 Euro monatlich.

 

Herr Böttcher bedankt sich bei Herrn Scheven für seine Vorstellung und verabschiedet ihn.