03.06.2025 - 11 Vorstellung Prora Masterplan

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Wortprotokoll

Die Ausschussvorsitzende erinnert an die Diskussion im Februar zur künftigen Entwicklung des Ortsteils Prora. Damals sei deutlich geworden, dass es nicht nur um die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung gehe, sondern auch um die Frage der inhaltlichen Umsetzbarkeit und finanziellen Tragfähigkeit – etwa durch Fördermittel. Zudem sei thematisiert worden, ob bereits Gespräche mit Investoren geführt wurden und ob ein Zeitplan existiere. In diesem Zusammenhang verweist sie auf den sogenannten Masterplan und stellt folgende Fragen: Ist dieser noch aktuell? Gibt es konkrete Gespräche mit Investoren? Wer führt diese Gespräche? Und wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

 

Herr Gardeja erläutert den aktuellen Stand zum Masterplan Prora. Die bisherigen Planungen, insbesondere aus dem breit angelegten Beteiligungsprozess vor der Pandemie, seien inhaltlich fundiert und weiterhin relevant. Im Fokus standen Themen wie Bildung, Wohnen, Soziales, Wirtschaft und Infrastruktur, die im Rahmen des sogenannten Konversionsmanagements unter Mitwirkung des Tourismusausschusses gebündelt wurden. Ein Grundsatzbeschluss zur Weiterverfolgung liegt bereits vor, die Zusammenführung der drei Masterpläne (bauliche Entwicklung, Beherbergung, Infrastruktur) steht jedoch noch aus. Ziel sei es, einen operativen Maßnahmenplan mit konkreten Flächen und Zeitplänen zu erstellen. In der öffentlichen Wahrnehmung werde Prora zunehmend kritisch gesehen – insbesondere im Hinblick auf Leerstand, fehlende Gastronomie und unklare Nutzungskonzepte. Herr Gardeja spricht sich daher für eine strategische Weiterentwicklung aus, die über Einzelinvestitionen hinausgeht. Hierfür liege ein Gesprächsangebot des Konversionsmanagements vor. Ein zentrales Element sei der Masterplan Beherbergung, ergänzt durch einen Infrastrukturplan für Binz und Prora mit Fokus auf Mobilität, Gesundheitsversorgung, Investitionen und ein ganzjähriges touristisches Nutzungskonzept.

Zur weiteren Umsetzung benennt Herr Gardeja drei Kernfragen:

  1. Soll die Gemeinde relevante Flächen vom Investor erwerben?
  2. Ist der Tourismusausschuss bereit, einen Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu fassen?
  3. Wie kann die Beteiligung von Öffentlichkeit, Investoren und Unternehmen konkret gestaltet werden?

Die Umsetzung erfordere neben Eigenmitteln auch Fördermittel. Das notwendige Investitionsvolumen für die öffentliche Infrastruktur liege bei rund 160–180 Mio. Euro. Herr Gardeja spricht sich für einen zeitnahen Start des Beteiligungsprozesses aus und appelliert an den Mut zu klaren politischen Entscheidungen, idealerweise noch im laufenden Jahr. Als langfristige Perspektive regt er zudem die Einrichtung eines Museums zur historischen Aufarbeitung Proras an, um den Ort als bundesweit bedeutenden Erinnerungsort zu etablieren.

 

Die Ausschussvorsitzende hält fest, dass das Thema zur weiteren Beratung in die Fraktionen bzw. Zählgemeinschaften gegeben wird. Sie regt an, im nächsten Schritt zu klären, ob die künftige inhaltliche Bearbeitung – insbesondere hinsichtlich des Masterplans Prora und der damit verbundenen strategischen Entscheidungen – vorrangig im Bauausschuss oder im Tourismusausschuss erfolgen soll.

 

Herr Gardeja bittet den Ausschuss um eine Einschätzung, ob die im Masterplan enthaltenen Umsetzungsvorschläge mitgetragen werden und Bereitschaft besteht, das Projekt aktiv weiterzuentwickeln und öffentlich zu diskutieren. Er warnt davor, das aktuelle Zeitfenster ungenutzt zu lassen – insbesondere im Hinblick auf mögliche Veränderungen im Denkmalschutz, die langfristige Entwicklungen gefährden könnten. Ziel müsse es sein, Prora zu einem funktionalen Ortsteil mit tragfähiger Infrastruktur auszubauen, um Binz nachhaltig zu entlasten. Er schlägt vor, die Diskussion über den Masterplan auch in den Fraktionen und ggf. informell fortzuführen und ruft dazu auf, bereits bei erkennbarer Umsetzbarkeit einzelner Aspekte aktiv zu werden.

 

Herr Kurowski erinnert daran, dass die Initiative für das Prora-Projekt ursprünglich aus dem Tourismusausschuss stammte. Eine beauftragte Agentur habe das Konzept bis zur aktuellen Fassung erarbeitet. Seit 2023 fehle es jedoch aus seiner Sicht an konkretem Umsetzungswillen. Der Ortsteil entwickle sich derzeit planlos, ohne erkennbare Zielrichtung. Er fordert eine realistische Bewertung der im Masterplan enthaltenen Ideen – etwa zur „Meeresorgel“ – sowie eine Klärung der Investorenbeteiligung, Fördermöglichkeiten und finanziellen Auswirkungen auf die Gemeinde. Trotz offener Fragen plädiert Herr Kurowski für einen zügigen Start erster Umsetzungsschritte und ruft dazu auf, auch Landes- und Bundesebene stärker einzubeziehen. Im Namen seiner Fraktion spricht er sich klar für eine Umsetzung des Projekts aus.

 

Herr Gardeja schlägt vor, einen Beschlussvorschlag zu erarbeiten, der dem Tourismusausschuss zur Beratung und anschließend der Gemeindevertretung zur Entscheidung vorgelegt wird. Ziel sei es, einen formalen Rahmen für die strukturierte Weiterentwicklung des Ortsteils Prora zu schaffen. Dabei gehe es nicht nur um klassische Bebauungspläne, sondern auch um die kritische Überprüfung und mögliche Anpassung bestehender Planungsgrundlagen. Der Beschluss sei aus seiner Sicht erforderlich, um den Prozess politisch und strukturell abzusichern. Einen Entwurf kündigt Herr Gardeja für die kommenden zwei Wochen an, damit dieser vor der nächsten Ausschusssitzung fraktionsintern abgestimmt werden könne.

 

Die Ausschussvorsitzende fasst zusammen, dass dem Eigenbetrieb damit der Auftrag erteilt wird, eine Beschlussvorlage für die nächste Sitzung der Gemeindevertretung zur weiteren Entwicklung des Ortsteils Prora zu formulieren.

 

Sie stellt diesen Vorschlag zur Abstimmung.

 

Abstimmungsergebnis:

  • 10 Ja-Stimmen
  • 0 Nein-Stimmen
  • 0 Enthaltung