03.06.2025 - 5 Einwohnerfragestunde

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Wortprotokoll

Herr Suhrbier richtet zwei Fragen an den Ausschuss: Zum einen erkundigt er sich nach dem aktuellen Stand zur im Januar 2023 vorgestellten Idee eines Planetariums in Binz, das in Verbindung mit einem astronomischen Lehrpfad geplant war. Da der Lehrpfad offenbar bereits umgesetzt wurde, möchte er wissen, ob die Errichtung des Planetariums weiterhin verfolgt wird und wann mit einer Umsetzung zu rechnen sei. Zum anderen fragt Herr Suhrbier im Zusammenhang mit den laufenden Arbeiten an der Seebrücke am Schmachter See, ob auch Pflegemaßnahmen am Auslauf der Ahlbeck – insbesondere zur Entfernung des Schilfbewuchses – geplant sind, oder ob naturschutzrechtliche Vorgaben dem entgegenstehen.

 

Herr Gardeja antwortet, dass ein Schilfschnitt am Schmachter See durchgeführt wird – insbesondere im Bereich der Aussichtsplattformen. Auch der Freibereich am Auslauf der Ahlbeck sei zumindest teilweise freigeschnitten worden. Bei dem Bauwerk selbst handelt es sich um ein wasserbauliches Bauwerk, das dem Wasser- und Bodenverband untersteht. Dieses werde zwar grundsätzlich bewirtschaftet, jedoch geht Herr Gardeja nicht davon aus, dass dort ein umfassender oder tiefergehender Rückschnitt möglich sei. Gardeja:

 

Herr Steinbrecher erläutert, dass eine Genehmigung zum Mähen der Schilfflächen nur unter strengen naturschutzrechtlichen Auflagen möglich war und erst ab November gilt. Daher müsse man das sommerliche Schilfwachstum in Kauf nehmen. Das Bauwerk des Wasser- und Bodenverbandes könne jedoch gereinigt werden. Auf Nachfrage betont er, dass die naturschutzrechtliche Genehmigung mit erheblichem Aufwand verbunden war und der Schutz der Natur in diesem Bereich oberste Priorität habe.

 

Herr Gardeja bestätigt, dass der astronomische Lehrpfad inzwischen umgesetzt und insgesamt gelungen sei. Am Aussichtsturm seien kürzlich neue Leuchtelemente installiert worden, die jedoch bereits durch Vandalismus beschädigt wurden. Ein fest installiertes Planetarium – im Gegensatz zu einem mobilen Feldplanetarium – wäre aus seiner Sicht wünschenswert. Aktuell sei jedoch nur ein Teil des Projekts, darunter die Sternscheibe und der Lehrpfad Richtung Prora, realisiert worden. Das Planetarium selbst stehe noch aus.

 

Herr Rohde lobt die neuen Bänke am Schmachter See, die nun mit Rückenlehnen ausgestattet sind und einen schönen Ausblick ermöglichen. Anschließend erkundigt er sich nach dem aktuellen Stand der geplanten Surfskate-Welle. Da ihm als Mitglied des Bauausschusses bislang keine Informationen – insbesondere zur möglichen Integration beim Skatepark – vorliegen, bittet er um Auskunft zum weiteren Vorgehen.

 

Herr Gardeja erläutert, dass ein dezentrales Nutzungskonzept angestrebt wird. Vorgesehen ist eine größere, stationäre Hauptanlage im Bereich des Stadions, ergänzt um die Surfskate-Anlage auf derselben Fläche. Diese sei als Modell mit teils asphaltierten Elementen geplant. Er geht davon aus, dass die bisherigen Absprachen Bestand haben, und spricht sich grundsätzlich positiv für das dezentrale Konzept aus.

 

Herr Rohde erkundigt sich, ob das Vorhaben im Bauamt weiter konkretisiert werden sollte.

 

Herr Gardeja bestätigt, dass die Angelegenheit im Bauamt näher geprüft bzw. weiterverfolgt werden sollte.

 

Herr Wolfram erkundigt sich nach dem aktuellen Stand zur geplanten Erweiterung der Trampolinanlagen im Bereich der Volleyballfelder und des Kinderspielplatzes. Angesichts der hohen Auslastung – teilweise nutzten bis zu zehn Kinder gleichzeitig ein Gerät – hält er zusätzliche Trampoline für dringend erforderlich.

 

Herr Gardeja bestätigt die hohe Nutzung der vorhandenen Trampoline und berichtet, dass eine vierte Anlage bereits beschafft wurde. Noch fehlende Bauteile sollen zeitnah eintreffen, die Installation ist im Laufe des Monats Juni vorgesehen. Zusätzlich verweist er auf drei weitere Anlagen im Umfeld der Binzer Kindertagesstätte sowie der KiTa „Seestern“ in Prora. Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage sei zudem die Installation eines weiteren Trampolins im vorderen Strandbereich fest eingeplant.

 

Herr Wolfram erkundigt sich nach der zukünftigen Nutzung des Bereichs am Strandaufgang 25, wo bislang der Strandkorbvermieter „Kruggel“ tätig war. Er verweist auf eine erfolgte Ausschreibung und fragt, ob dort künftig eine Strandbar vorgesehen sei oder derzeit keine Nutzung geplant sei. Zudem weist er darauf hin, dass aktuell sowohl Strandkörbe als auch gastronomische Angebote an diesem Standort fehlen.

 

Herr Gardeja erläutert, dass für den Strandaufgang 25 zwar eine Ausschreibung erfolgte, sich jedoch kein geeigneter Bewerber fand. Am Aufgang 37 gingen zwei qualifizierte Bewerbungen ein. Ein Versuch, den Standort 25 durch Nachrücken des Zweitplatzierten zu besetzen, scheiterte, da dieser letztlich am bevorzugten Standort 37 bleiben wollte. Daher wurde vorgeschlagen, die Vergabe für Aufgang 25 in eine neue Ausschreibungsrunde zu überführen. Der Fokus der Verwaltung habe sich zwischenzeitlich auf die bislang unversorgten rückwärtigen Strandbereiche wie die Aufgänge 37 und 50 gerichtet, da der vordere Bereich bereits gut abgedeckt sei.

 

Herr Wolfram fragt, ob es demnach möglich sei, sich an einer erneuten Ausschreibung für den Standort Strandaufgang 25 zu beteiligen, falls Interesse bestehe, künftig selbst eine Bar am Strand zu betreiben.

 

Herr Gardeja teilt mit, dass die Ausschreibungen in der kommenden Woche online gestellt werden sollen – gewissermaßen als nachgelagerte Vergaberunde. Auf diese Ausschreibungen könne sich dann erneut jeder Interessierte bewerben. Die Vergabe einer Strandbar erfolge dabei als kombiniertes Paket zusammen mit einem Kontingent an Strandkörben.

 

Herr Wolfram weist darauf hin, dass am Strandabgang 25 ein Drahtseil an der linken Dünenbegrenzung vollständig abgerissen sei und dringend repariert werden müsse. Zudem würden an mehreren Bohlen der Strandaufgangsplatten Schrauben herausragen, was eine potenzielle Gefahrenquelle darstelle. Herr Gardeja erkundigt sich, ob es sich dabei um die Platten am Strandaufgang handele, was bestätigt wird. Weiterhin merkt Herr Wolfram an, dass sich ein Schild mit der Aufschrift „Binzer Bucht“ und einem Volleyballsymbol in unmittelbarer Nähe zum Volleyballnetz befinde. Aufgrund der Verletzungsgefahr im Spielbereich schlägt er vor, das Schild oberhalb an der Promenade anzubringen, idealerweise mit dem Hinweis auf einen Sportstrand.

 

Herr Gardeja weist darauf hin, dass der Bereich bereits am Abgangsschild als Aktivstrand mit Volleyballnutzung ausgewiesen ist. Die Platzierung des zusätzlichen Schildes am Strand diene der besseren Sichtbarkeit bei hohem Besucheraufkommen. Gleichwohl zeigt er sich offen, die Positionierung des Schildes zu überprüfen und bei Bedarf eine Verlagerung – etwa oberhalb der Promenade – zu prüfen, auch wenn dies baulich aufwendiger sein könnte. Zudem bedankt er sich für die Hinweise zu den beschädigten Elementen am Strandabgang 25 und kündigt eine zeitnahe Behebung der Mängel an.

 

Herr Adrian berichtet von zahlreichen Möwenattacken auf dem Seebrückenvorplatz und der Hauptstraße, insbesondere auf Fischbrötchen und Eistüten. Seiner Beobachtung nach komme es dort derzeit nahezu im Minutentakt zu Zwischenfällen. Er regt daher an, eine teilweise Überdachung des Bereichs in Erwägung zu ziehen – etwa durch Wimpel, Planen oder Stoffbahnen –, wie sie in südlichen Regionen sowohl zur Beschattung als auch zur Möwenabwehr genutzt werden. Ziel sei eine gesteigerte Aufenthaltsqualität und ein störungsfreier Verzehr von Speisen. Augenzwinkernd merkt er an, dass bislang vor allem der örtliche Eisanbieter von der Situation profitiere, da viele Gäste nach einem Möwenangriff ein zweites Eis kaufen müssten.

 

Herr Läufer äußert sich zur Situation sportlicher Strandangebote. Er bedauert, dass frühere Treffpunkte für junge Menschen – insbesondere im Bereich der Strandabgänge 23 bis 25 – heute kaum noch vorhanden seien. Die Veranstaltungsreihe „PierSession“ lobt er ausdrücklich, regt jedoch an, diese monatlich, statt nur einmal jährlich durchzuführen und dabei auch eine bessere gastronomische Begleitung sicherzustellen. Angesichts vieler junger Gäste im Sommer plädiert er für gezielte Freizeit- und Wassersportangebote am Strand, um die Attraktivität für diese Zielgruppe zu erhöhen. Abschließend fragt er, ob im Bereich des Strandaufgangs 28 entsprechende Planungen bestehen.

 

Herr Gardeja informiert, dass es unterhalb des Kurplatzes bereits eine SUP-Selbstausleihstation gibt. Am Strandaufgang 28 wird zudem ein neuer Wassersportstützpunkt eingerichtet; die Vergabe ist abgeschlossen. In etwa zwei Wochen soll dort eine Bar eröffnen, betrieben von einem jungen Binzer Hotelier mit einem Konzept aus Wassersport und jugendgerechter Gastronomie. Weitere Wassersportstandorte bestehen am Aufgang 40 – mit dem bisherigen Betreiber von Standort 28 – sowie in Prora beim Block 5. Insgesamt bestehen vier Wassersportstützpunkte mit entsprechenden Schneisen für sportliche Aktivitäten.

 

Herr Läufer regt an, bei künftigen Vergaben von Strandflächen mit gastronomischem Angebot darauf zu achten, dass vertraglich vereinbarte Starttermine – etwa zum 1. April oder 1. Mai – verbindlich eingehalten werden. Gerade in der Vorsaison sei die Nachfrage hoch, was in den letzten Jahren zu Unmut bei Gästen geführt habe, wenn Angebote fehlten. Auch Einheimische profitierten von einem frühzeitigen Saisonstart. Er selbst habe sich aufgrund der sehr kurzfristigen Ausschreibung nicht beworben, da eine seriöse Vorbereitung nicht möglich gewesen sei. Abschließend gratuliert er Herrn Kurowski zur Wahl und wünscht sich eine konstruktive Zusammenarbeit.

 

Herr Dreher schließt sich den Ausführungen seines Vorredners vollumfänglich an und erinnert daran, bereits vor drei Jahren ein klassisches Wassersportkonzept bei Herrn Gardeja eingereicht zu haben, auf das bislang keine Rückmeldung erfolgt sei. Angesichts noch verfügbarer Strandflächen fragt er nach einer erneuten Einbringung und kündigt an, sich ggf. 2026 erneut bewerben zu wollen. Zudem äußert er den Wunsch, dass der Kurdirektor bei Veranstaltungen stärker präsent sei, etwa bei Medaillenvergaben oder kurzen Ansprachen, da Gäste häufig nach seiner Anwesenheit fragen.

 

Herr Dinyes begrüßt das große Interesse an Strandbars, gibt jedoch zu bedenken, dass bei einer Ausschreibung im Juni ein erheblicher Vorlauf nötig sei. Selbst mit schneller Genehmigung seien mindestens drei Monate Vorbereitungszeit erforderlich. Er plädiert für frühere Ausschreibungen, idealerweise ab Januar.

 

Herr Gardeja widerspricht der Aussage und stellt klar, dass die diesjährige Ausschreibung mit ausreichendem Vorlauf erfolgte und acht Standorte umfasste – mehr als je zuvor. Dabei seien hochwertige Konzepte eingereicht worden. Für 2025 sei keine kurzfristige Vergabe mehr vorgesehen, eine Bewerbung für den nicht vergebenen Standort sei nicht mehr möglich. Neue Ausschreibungen sollen jedoch in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

 

Herr Wolfram fragt, ob er im Falle eines Zuschlags nach der neuen Ausschreibung seine 90 Strandkörbe unmittelbar aufstellen dürfe, und wann mit einer verbindlichen Rückmeldung zum Ausschreibungsergebnis zu rechnen sei. Die Körbe würden derzeit am betreffenden Standort fehlen.

 

Herr Gardeja erklärt, dass das Verfahren mehrere Schritte mit festgelegten Fristen vorsieht. Nach der inhaltlichen Bewertung werde das Ergebnis der Gemeindevertretung vorgelegt. Eine Vergabe und Umsetzung im laufenden Jahr sei daher sehr wahrscheinlich nicht mehr möglich.

 

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