03.06.2025 - 4 Anfragen der Ausschussmitglieder

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Wortprotokoll

Frau Schlösser merkt an, dass es in der Vergangenheit zu Irritationen im Zusammenhang mit der DLRG gekommen sei, und erkundigt sich, ob sämtliche Unstimmigkeiten, die Gegenstand vorheriger Diskussionen waren, inzwischen ausgeräumt und geklärt wurden.

 

Herr Gardeja erinnert daran, dass die Thematik bereits in einer früheren Sitzung behandelt wurde. Anlass war, dass bei einem bestehenden hundertprozentigen Leistungsvertrag mit der DLRG nicht alle vereinbarten Leistungen vollständig erbracht wurden, was zu Irritationen führte. In konstruktiven Gesprächen sei daraufhin Klarheit über die vertraglichen Leistungen geschaffen worden. Die Kommunikation habe sich verbessert, Missverständnisse seien ausgeräumt. Inzwischen bestehe wieder ein vertrauensvoller, partnerschaftlicher Austausch mit dem gemeinsamen Ziel, die Wasserrettung in Binz verlässlich und professionell sicherzustellen.

 

Herr Kurowski berichtet, dass er von mehreren Gastgebern auf die Situation am Fischerstrand angesprochen wurde. Dort bestehe aktuell ein erhebliches Problem mit angespültem Seetang, der zu starker Geruchsbildung führe. Er erkundigt sich, ob in den kommenden Tagen Maßnahmen geplant sind, um den Seetang zumindest teilweise zu entfernen.

 

Herr Gardeja erklärt, dass für die Entsorgung vorerst nur Deponiekapazitäten außerhalb der Insel zur Verfügung stehen, da die geplante Wiederverwertungsanlage im Inselnorden noch nicht gebaut ist – und diese perspektivisch ohnehin nicht über die erforderlichen Kapazitäten verfügen würde. Inzwischen wurde eine Beprobung des angespülten Seetangs durchgeführt. Dieser wird durch externe Unternehmen abgeholt, zwischengelagert und getrocknet. Der gesamte organisatorische Ablauf nimmt erfahrungsgemäß etwa sieben bis zehn Tage in Anspruch, da es sich um einen ziemlich komplexen Vorgang handelt.

 

Herr Möser berichtet, in der Presse von einer geplanten Schnellkatamaran-Fährverbindung zwischen Sellin – Binz - Göhren gelesen zu haben. Er erkundigt sich, wie realistisch dieses Vorhaben ist und ob es bereits erste zeitliche Vorstellungen für eine Umsetzung gibt.

 

Herr Gardeja berichtet, dass die Idee einer Schnellkatamaran-Fährverbindung zwischen Sellin, Binz und Göhren bereits seit längerem mit den Bäderorten der Ostküste abgestimmt werde und nicht allein auf den aktuellen Pressebericht zurückzuführen sei. Ein Start des Projekts sei realistisch im Jahr 2027 möglich. Zuvor müssten im Jahr 2026 bauliche Anpassungen an den Seebrücken erfolgen, um die dafür bereitgestellten fünf Millionen Euro Fördermittel zweckgerecht einzusetzen. Ziel sei eine koordinierte Infrastruktur der Anliegerorte. Herr Gardeja unterstreicht die Attraktivität des Projekts und verweist auf die Erschließung zentraler touristischer Lagen. Bestandteil des Vorhabens sei auch eine Prüfung der Auswirkungen auf die Kurabgabe. Bei einer Zusammenführung der Übernachtungszahlen in Binz, Mönchgut und Saßnitz entstehe ein solidarisch getragenes System, das er als wirtschaftlich tragfähig einschätzt.

 

Herr Möser begrüßt die intensivere Zusammenarbeit zur Verbesserung der Mobilität zwischen den Ostseebädern und regt an, dabei auch den öffentlichen Personennahverkehr stärker zu berücksichtigen. Er schlägt vor, die kostenfreie ÖPNV-Nutzung mit der Kurkarte – wie sie bereits im Mönchgut praktiziert wird – perspektivisch auch auf die Strecke von Göhren bis Prora auszudehnen. Hierzu solle der Austausch insbesondere mit dem Seebad Göhren gesucht und eine gemeinsame Lösung mit den beteiligten Ostseebädern kalkuliert werden. Neben Projekten wie der Schnellkatamaran-Verbindung sieht er darin großes Potenzial zur Stärkung der touristischen Infrastruktur.

 

Herr Gardeja betont, dass die künftige Herausforderung in der seeseitigen Erschließung des Küstenraums liege. Er denkt dabei an einen Schiffsverkehr für ca. 300 Personen und 50 Fahrräder – eine Kapazität, für die es im Vergleich acht Busse mit deutlich längerer Fahrzeit erfordern würde. Voraussetzung dafür sei eine leistungsfähige innerörtliche Mobilität mit kurzen Taktzeiten und intermodaler Verknüpfung. In diesem Zusammenhang verweist er auf einen laufenden Pilotversuch: Elektrifizierte Wegebahnen sollen künftig im Auftrag der VVR im Linienverkehr eingesetzt werden. Daraus ergebe sich eine spannende Debatte über die künftige Mobilitätsstruktur der Region.

 

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